Das Kaugummi blickt auf 150 Jahre zurück

Das Kaugummi blickt auf 150 Jahre zurück

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Das Kaugummi. Es gibt sie in allen erdenklichen Formen und Größen. In Plastikdosen und Papierverpackungen, in Tuben und als Eisstiel getarnt. Die Geschmacksrichtungen variieren von klassischer Pfefferminze bis hin zu Zimt oder Lebkuchen; weltweit soll es über 70 verschiedene Geschmacksrichtungen geben. Dabei schmecken die einen zwei Minuten, die anderen über Stunden. In Supermärkten schmücken sie an der Kasse komplette Regalreihen, sie dienen als Werbegeschenk, sollen das Zähneputzen ersetzen und manche Prominente nutzen das Kaugummi als Wiedererkennungsmerkmal. Fußballtrainer Carlo Ancelotti ist quasi nicht ohne Kaugummi im Mund am Spielfeldrand zu sehen und auch Manchester United-Legende Sir Alex Ferguson sah man nie ohne. Eines seiner berühmten Kaugummis wurde übrigens für unglaubliche 460.000 Euro versteigert. Wir schauen auf den langen Weg, den das Kaugummi hinter sich hat. Von der kleinen Erfindung im 19. Jahrhundert zum Alltagsgegenstand.

Waschbenzin und Alkohol

Auf der Suche nach einem geeigneten Mittel die Zähne zu putzen, mixte William Finley Semple 1848 Kautschuk, etwas Veilchenwurzel, Süßholz, Myrrhe, Holzkohle, Waschbenzin und Alkohol zusammen. Wo heute die relativ exotische und mitnichten gesunde Zusammenstellung an der Markteinführung scheitern würde, sah man damals Potenzial. Sinn hinter all den Zutaten sollte nämlich nicht nur sein, einen angenehmen Geschmack beim Nutzer zu entfalten, sondern auch eine Art reinigende Wirkung zu gewährleisten. Inspiration gab es übrigens bei den Ägyptern. Diese nutzten in der Antike kleine Zweige vom sogenannten Zahnbürstenbaum. Das Besondere am desinfizierenden "Miswak" war: die Zähne sollten auch ohne Zahnpasta oder Wasser optimal gereinigt werden. Parallelen schienen also vorhanden, doch ob die Wirkung mit Benzin und Alkohol an die antike Methode herankam darf bezweifelt werden. Ein gewisser Thomas Adams ergänzte am 28. Dezember 1869 verschiedene Geschmäcker zum Kaugummi und die neue Mode war geboren.

Kaugummi als neue Mode

Lange Rede, kurzer Sinn. Als das Kaugummi damals in aller Munde war, entschied sich William Wrigley das Kaugummi groß zu vermarkten - selbstverständlich mit seinem Namen und nicht dem von Semple oder Adams. Innerhalb von ein paar Jahren boomte die Kaugummibranche und in Spielfilmen, Musikvideos oder auf Fotos spielte das Kaugummi eine immer größer werdende Rolle; und mittlerweile sind auch die gesundheitlichen Vorteile nicht mehr von der Hand zu weisen. Nicht nur, dass Kaugummis mit Nikotin beim Rauchstopp unterstützend wirken können, auch die Zahnpflege profitiert. Der Speichelfluss wird angeregt und der ph-Wert im Mund steigt an. Zu beachten ist in jedem Fall, dass die Kaugummis ohne Zucker sind; ist zusätzlich Xylit vorhanden, haben sogar schädliche Bakterien keine Chance mehr.

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